Montag, 26. April 2010
a wonderful experience
One good thing and strange I have learnt is the way people live in the Alps in Switzerland. A place you could not think people to live, you find people there. Strange enough there are even tarmac roads which are constucted in a strange style over the slopes of the mountains. These people they have all the necessary social services.
I have believed that many places on this globe can be inhabited provided there is efforts to empower people living there.
Ahsanteni
Danke
Dienstag, 20. April 2010
Elim Hlanganani Society
Am Freitagmorgen habe ich Piet Retief verlassen und bin in Richtung Polokwane (Provinz Limpopo) gefahren (Insgesamt 8 Stunden Fahrt).
In Polokwane traf ich Frau Dr. Anke Freckmann und Corinna Amting. Beide Frauen unterstützen seit Jahren die lokale Organisation Elim Hlanganani Society for the Care of the Aged mit finanziellen Mitteln, Kleidung und Nahrungsmittel. Aufgrund des größeren Spendenaufkommens wollen beide Frauen die Projektarbeit an action medeor e.V. übertragen. Mit Frau Dr. Freckmann gab es im Vorfeld schon einige Gespräche mit dem Vorstand und der Projektabteilung von action medeor e.V. über eine mögliche Kooperation. Frau Freckmann und ich entschieden uns spontan auf meiner Reise mit dem Mpumalanga Forum uns mit der Organisation zu treffen.
Am Samstagmorgen trafen wir uns mit dem Vorstand, der Leiterin der Administration und einem Lehrer der ehrenamtlich die Jugendprogramme leitet. Die Organisation arbeitet seit 16 Jahren im Bereich Altenversorgung und Pflege sowie Kinder- und Jugendarbeit mit den Schwerpunkten HIV/Aids, Gesundheit und Bildung.
´Wir haben nie gedacht, dass wir einmal so viele Bereiche abdecken und so viele Aktivitäten anstoßen werden`, so Herr Khosa, ein energiegeladener, mit-achtziger Jahre alter Mann der zusammen mit seiner Frau Florence Khosa die Organisation ins Leben gerufen hat. ´Ursprünglich wollten wir etwas für die Alten tun, die oft mit ihren kleinen Renten kaum existieren können`, so Khosa. Schnell stellte aber die hohe HIV/Aids Prävalenz ein großes zusätzliches Problem dar. Viele Großeltern müssen sich um ihre Enkel und Urenkel kümmern, da ihre Kinder an der immer noch unheilbaren Krankheit Aids verstorben waren. ´Wir wollten auch etwas für die Kinder tun, ihnen neben den lebensnotwendigen Nahrungsmitteln auch Bildung, Führung und familiären Halt geben, ` erzählt Khosa weiter. So sind aus der anfänglichen Unterstützung der Alten, das Programm um sogenannte ´Feeding Stations` für Kinder und Fortbildungsangebote für Sekundarschüler erweitert worden. Ehrenamtliche Frauen begannen an zentralen Kochstellen für bedürftige Kinder zu kochen. Frisches Gemüse erhalten sie von selbst angelegten Gärten, die sie gemeinsam mit den Kindern bepflanzen und pflegen. Das Essen wird dann auf verschiedene Stellen, meist auf die Unterkünfte der Frauen verteilt. Dort können sich die Kinder aus unterschiedlichen Stadt- und Dorfteilen ihr Essen abholen. Die Kinder erhalten auch kleine Behältnisse um sich Essen mit zu nehmen. Die Frauen halten schriftlich fest wie viele Kinder die Kochstellen aufsuchen und wie es ihnen gesundheitlich geht. Außerdem wird bedürftigen Kindern bei Schulaufgaben geholfen. Darüber hinaus lernen die Kinder so genannte Life Skills zu denen u.a. Hygiene, Sozialverhalten und Gesundheitsversorgung gehören. Insgesamt konnten durch diese Maßnahmen 485 Kinder im letzten Jahr erreicht werden.
´Als die Kinder älter wurden, waren wir wieder neuen Herausforderungen ausgesetzt,` so Khosa. Viele der Kinder hatten keine beruflichen Perspektiven. Teenager Schwangerschaften und HIV/Aids stellen ein großes Problem dar. Aus diesem Grund wurde ein Programm für junge Menschen erstellt, in dem sie neben einer allgemeinen Aufklärung über sexuelle und reproduktive Gesundheit sensibilisiert, zu HIV Tests motiviert und HIV positive Menschen zu ARV akkreditierte Kliniken geschickt werden. Nach der Schule haben 104 Jugendliche pro Quartal die Möglichkeit Finanzmanagement, Computerkurse und Lebenshilfekurse zu besuchen. Im letzten Jahr erhielten von den teilnehmenden Jugendlichen 33% einen Job. In angeleiteten Jugendgruppen können Jugendliche in Theaterstücken mitwirken und sich an Sportveranstaltungen beteiligen.
Darüber hinaus werden Kurse und Informationsveranstaltungen zu Tuberkulose, Diäten, Trauma- und Stressbewältigung, Abstinenz, Behandlungen und vielem mehr für häusliche Pfleger/Pflegerinnen (Home Based Care) angeboten.
56 Altenpfleger/innen besuchen regelmäßig 313 ältere und bedürftige Menschen um sie über Sozialleistungen zu informieren, bei der Bepflanzung und Pflege eines Gartens zu unterstützen, Einkäufe zu erledigen und sie in das aktive Leben zu integrieren. Durch Sachenspenden von Supermärkten und Organisationen wie der Rotary Club werden die Aktivitäten der Pfleger/innen zusätzlich unterstützt.
Am Nachmittag sprachen wir ausführlich über mögliche Kooperationen und Projekte. Da viele Aids Patienten bettlägrig sind, keine Einkäufe erledigen können, nicht mehr arbeiten und ihren Lebensunterhalt verdienen können und oft auch zu schwach sind ihre Medikamente regelmäßig zu nehmen, hat die Organisation ein Grundstück in der Nähe der HIV/Aids Klinik gekauft. Hier soll in Zukunft eine Pflegestation entstehen in der 24 bettlägrige Patienten und ggf. ihre Kinder für einen Zeitraum von 6-8 Wochen rund um die Uhr gepflegt werden. In Kooperation mit der HIV/Aids Klinik und dem staatlichen Krankenhaus sollen Ärzte einmal täglich die Patienten untersuchen. Einen Architektenplan wird uns noch vorgelegt werden.
Darüber hinaus sollen weitere ´feeding stations` in weiter entfernt gelegenen Dörfern entstehen. Hierfür sollen engagierte Frauen im Bereich Gartenarbeit, Kochen, Lebenshilfe und Umgang mit Kindern zusätzlich ausgebildet werden.
Nach dem gemeinsamen Treffen fuhren wir in ein Dorf in dem Zukunft ´feeding stations` entstehen sollen.
Nach einem sehr interessanten und erfolgreichen Tag werde ich nun der Organisation ein Antragsformular für die besprochen Projektaktivitäten zusenden.
Kathrin Rolka
Montag, 19. April 2010
Besuch Peer Educators und Waisenhaus
Uzwelo Home
Von Nelspruit fuhr die gesamte Reisegruppe am frühen Morgen Richtung Piet Retief, ein Distrikt nähe der Grenze zu Swasiland. Zu erst besuchten wir das Waisenhaus Uzwelo Home. Dort leben mit insgesamt acht sogenannten ´Müttern` 47 Kinder und Jugendliche im Alter von 15 Monaten bis 19 Jahren, fünf davon HIV positiv. Darüber hinaus arbeiten Sozialarbeiter in den umliegenden Gemeinden um einige sogenannte Child-Headed-Households (Haushalte in denen es keine Eltern bzw. Volljährige gibt und die Kinder auf sich allein gestellt sind) mit Lebensmitteln zu versorgen. Derzeit arbeitet über den deutschen Friedendienst eine junge Frau aus Deutschland in dem Waisenhaus.
Peer Educators und Mobile Clinic
Nach dem Besuch fuhren wir weiter in Richtung Commondale.
Dort besuchten wir eine Gruppe von sogenannten Peer Educators, Frauen und Männer die auf den orttypischen und weitläufigen Farmen arbeiten und ihre Kollegen/innen, Familien und Freunde über HIV/Aids aufklären sollen. Vor knapp drei Jahren wurde dieses Projekt gemeinsam mit der Kirche und einigen Farmern ins Leben gerufen um die hohe Prävalenz von HIV in der Region zu senken. Eine Gruppe von Frauen und Männern von jeder Farm werden in regelmäßigen Kursen über HIV/Aids aufgeklärt und lernen wie man das Wissen weitergeben kann. In Gruppenarbeit werden häufige Fragen die an die Peer Educators gestellt werden besprochen oder Probleme diskutiert. Darüber hinaus erhalten die Teilnehmer eine Basisausstattung von Latex-Handschuhen, Kondomen und anderen medizinischen Utensilien. Alle Teilnehmer tragen T-Shirts und Mützen mit Aufschriften wie ´Wenn du etwas über HIV/Aids wissen möchtest, frage mich` oder ´Ich bin ein Peer Educator`. So sind sie in ihrer Gemeinde und während der Arbeit erkennbar. Eine junge Frau meldete sich und fragte ob sie an einem Training für Home Based Care (häusliche Pflege) teilnehmen kann. Als die Leiterin fragte wer noch Bedarf an einer zusätzlichen Ausbildung hat, meldeten sich fast alle der zirka 50 Teilnehmer. Als Peer Educator bekommt man eine staatliche Unterstützung von zirka 500 Rand (knapp 50 Euro) im Monat. Als Home Based Carer knapp 900 Rand (knapp 90 Euro). Diese Unterstützung wird leider nicht immer regelmäßig ausgezahlt.
Nach der Gruppenstunde wurde uns die neue mobile HIV/Aids Station gezeigt. Der zu einer kleinen Krankenstation umgebaute Van fährt im Moment die Farmen an um die nationale Impfkampagne zu unterstützen. Darüber hinaus bietet die mobile Station HIV/Aids Tests und primäre Gesundheitsversorgung an. In der Zukunft sollen wie bereits erwähnt hoffentlich auch die ARVs an die Patienten herausgegeben werden.
Kathrin Rolka
Mittwoch, 14. April 2010
Besuch des Gesundheitsministeriums, Besuch eines Krankenhauses, einer HIV/Aids Klinik und einer lokalen Organisation
Heute Morgen wurden wir von Vertretern des Gesundheitsministeriums empfangen um über unsere Arbeit und einige Probleme in den Projekten zu sprechen. Ute Hedrich (evangelische Kirche NRWs) stellte gemeinsam mit ihrem Projektpartner die seit Februar 2010 offiziell eingeweihte HIV/Aids mobile clinic vor. Mit einem umgebauten Van fahren eine Krankenschwester und eine Assistentin Farmen in dem Distrikt Piet Retief an um dort hunderte von Farmarbeiten und ihren Familien medizinisch zu versorgen. Die Nachfrage ist so groß, dass sich der Papierhersteller Mondi dem Projekt angeschlossen hat und nun eine zweite mobile clinic finanzieren möchte. Das Gesundheitsministerium wurde gebeten die Gehälter des Gesundheitspersonals hierfür zu stellen. Auch wurde das Gesundheitsministerium gebeten der mobile clinic die Zulassung für die Ausgabe der lebensnotwendigen antiretroviralen Medikamente zu erteilten. Darüber hinaus möchten die Farmer ein ungenutztes Gebäude des Gesundheitsministeriums in Commondale als eine dauerhafte Gesundheitsstation einrichten. Das Gebäude wird derzeit nicht genutzt.
action medeor wäre bereit einen sogenannten CD4Counter für die mobile clinic zur Verfügung zu stellen, jedoch ist das von der Firma Partec angebotene Gerät nicht in öffentlichen Gesundheitseinrichtungen zugelassen. Dabei ist das Gerät wesentlich günstiger als das amerikanische Produkt. Wir baten das Gesundheitsministerium sich dieser Problematik anzunehmen und die Zulassung so schnell wie möglich zu prüfen.
Die Vertreter nahmen unsere Anfragen und Vorschläge auf und werden diese an den Gesundheitsminister weiter tragen. Wir hoffen auf eine schnelle Antwort.
Besuch des staatlichen Krankenhauses in Themba
Nach dem Besuch im Ministerium fuhren die Mitglieder der Arbeitsgruppe Gesundheit zu dem staatlichen Krankenhaus in Themba. Hier trafen wir uns mit Dr Ngomane (Head of HIV/Aids Section in the Department of Health), die uns über die HIV/Aids Situation in Mpumalanga aufklärte. Verlässliche Statistiken über das Ausmaß der Epidemie in Mpumalanga gibt es nicht. Laut einer Studie in der Schwangere auf HIV getestet wurden sind über 34 Prozent der Frauen HIV positiv. In einigen Gebieten, besonders in den Townships, geht man von einer wesentlich höheren Prävalenz (bis zu 50 Prozent) in der Bevölkerung aus.
Die Regierung hat im April 2010 einige neue Gesetzte zur Bekämpfung von HIV/Aids erlassen. Die Gesundheitsministerien auf Provinzebene müssen nun viel mehr und viel größere HIV/Aids Aufklärungs- und Testkampagnen in den verschiedenen Distrikten durchführen. Präsident Jacob Zuma hat sich vor einigen Wochen selbst öffentlich testen lassen um diese Aufklärungs- und Testkampagnen zu unterstützen. Phasenweise sollen bis Ende September 2010 mehr als 200 kleinere Gesundheitsstationen in der Provinz die Zulassung für die Ausgabe von ARVs erhalten. Die Ausgabe der antiretroviralen Medikamente wird dann direkt über eine Krankenschwester und nicht wie bisher über einen Arzt ausgeben werden können. Für diese Aufgabe werden bereits viele Krankenschwestern zusätzlich im Bereich HIV/Aids geschult. Somit sollen Zukünftig HIV positive Menschen besonders in den ländlichen und entfernt gelegenen Gebieten einen Zugang zu ARVs bekommen.
Das Themba Hospital liegt in einem ländlichen und sehr ärmlichen Gebiet. Es ist Anlaufstelle für zirka 340.000 Einwohner. Da die HIV/Aids Station gerade erneuert wird, werden die Patienten in einfachen Containern getestet und behandelt. Insgesamt betreut das Krankenhaus 4.363 HIV/Aids Patienten, davon 273 Kinder. Eine große Schwierigkeit stellt die Nachversorgung von Patienten dar. Viele Patienten kommen unregelmäßig oder überhaupt nicht zu weiteren Untersuchungsterminen. Die Gründe hierfür sind vielfältig: die teilweise hohen Transportkosten können nicht von allen Patienten getragen werden. Diskriminierung gegen HIV positive Menschen hält einige Patienten ab die HIV/Aids Station aufzusuchen. Besonders hoch ist die Diskriminierung unter dem Krankenhauspersonal. Viele Angestellte des Krankenhauses trauen sich nicht sich testen zu lassen oder ihre ARVs in der Ausgabestelle abzuholen, da sie Kollegen/innen dabei sehen könnten.
Für die sogenannten ´follow ups` der Patienten gibt es zu wenig Pfleger/Pflegerinnen (Home Based Carers) und Sozialarbeiter die sich um den Verbleib der Patienten, die nicht mehr zu Untersuchungsterminen erscheinen, kümmern könnten.
Resistenzen sind eine große Gefahr für die Patienten die ihre ARVs unterbrechen oder nicht regelmäßig nehmen.
Ein weiteres Problem ist die hohe Arbeitslosigkeit unter HIV positiven Menschen. Auch wenn es vielen Patienten nach Beginn der antiretroviralen Therapie gesundheitlich besser geht, sind sie nur schwer vermittelbar. Um die hohe Arbeitslosigkeit unter den Patienten zu verringern hat das Krankenhausmanagement einige einkommensschaffende Maßnahmen innerhalb des Krankenhauses (Reinigung, Wäscherei) angestoßen. ´Wir versuchen unsere arbeitsfähigen Patienten bei uns im Krankenhaus zu beschäftigen und sie in Selbsthilfegruppen unterzubringen`, so der Direktor des Krankenhauses.
Neben der Geburtenstation ist speziell für HIV positive Schwangere eine PMTCT (Prevention of Mother To Child Transmission) Station eingerichtet worden. Leider werden nach wie vor viele Säuglinge mit dem Virus über die Mutter angesteckt.
Den hohen Bedarf an medizinischer Versorgung von HIV positiven kann das Krankenhaus in Themba nicht gerecht werden. Das Krankenhausmanagement begrüßt die neue Maßnahmen der Regierung die medizinische Versorgung von HIV/Aids betroffenen Menschen in die ´Communities`, in die Dörfer und Townships zu bringen. Nur so kann eine dauerhafte medizinischer Versorgung der Bevölkerung geschaffen werden. Ob und wann diese Maßnahmen umgesetzt werden wird sich zeigen.
Besuch einer privaten HIV/Aids Klinik
Nach dem Besuch des Krankenhauses besuchten wir eine nahe gelegene privat finanzierte HIV/Aids Klinik. Der Unterschied zwischen den beiden Gesundheitseinrichtungen könnte größer kaum sein. Die Klinik betreut über 5.000 HIV positive Menschen, über 3.000 erhalten ARVs, davon 300 Kinder. Die Klinik wird vorrangig von weißen südafrikanischen Ärzten betreut. Es gibt eine gut ausgestattete Gynäkologie- und Mutter-zu-Kind Station. ´Wir haben seit Einführung der Prävention von Mutter-zu-Kind-Übertragung nur einen Säugling der HIV positiv nach der Geburt war`, so die Frauenärztin. Schwangere werden hier fürsorglich beraten und behandelt. Ein großes Problem welches die Klinik beobachtet ist der immer häufiger vorkommende Gebärmutterhalskrebs besonders bei jungen Frauen. ´Wir retten diese Frauen erst vor Aids und dann sterben sie qualvoll an dem Krebs`, so die Ärztin. Seit Beginn des Jahres hat die Klinik nun ein Gerät zur Entfernung von Krebszellen bekommen. Somit können viele Frauen auf Gebärmutterhalskrebs untersucht und auffällige Zellen direkt entfernt werden.
Die Kinderstation ist in bunten Farben gehalten, Spielzeug und einen Spielplatz ist für die Kinder bereitgestellt. ´Die Kinder kommen gern zu uns`, so die Sozialarbeiterin.
Die Hausapotheke ist mit ARVs für die nächsten drei Monate bestückt. Die Medikamente die früher von PEPFAR Geldern finanziert wurden, stellt nun der Staat. ´Insgesamt sind wir sehr gut ausgestattet`, so der Apotheker.
Die Gruppe war beeindruckt von der Arbeit und der Ausstattung der Klinik.
Besuch einer Partnerorganisation von MATA (Mpumalanga HIV/Aids and TB Association)
In Barbarton besuchten wir eine Gruppe von Frauen, die von der Organisation MATA unterstützt werden. Mit unregelmäßiger und kleiner Unterstütztung des Department of Health and Social Services kochen die Frauen für Waisen- und Bedürftige Kinder. In dem Township ist dies ist die einzige Anlaufstelle für hunderte von Kindern um eine warme Mahlzeit zu bekommen. Bisher ist die Kochstelle in einem kleinen Schuppen. Die engagierten Frauen möchten ein Grundstück erwerben um dort neben einer Küche und einem Aufenthaltsraum für die Kinder auch einen Garten anbauen zu können.
Kathrin Rolka
Nach dem heutigen Frühstück fand während des Vor- und Nachmittages eine Konferenz statt zu denen Vertreter von Ministerien aus dem Bereich Sport, Kultur, Gesundheit, Umwelt, Bildung und Landwirtschaft sowie lokale Nicht-Regierungsorganisationen, das Mpumalanga Civil Society Forum und andere Initiativen eingeladen worden waren.
Ziel der Konferenz war es mit allen Beteiligten, den Vertretern der staatlichen sowie den Vertretern der zivilen Institutionen über aktuelle Arbeit, Projekte aber auch um über Probleme und Lösungsansätze zu sprechen.
Peter Markus, Leiter des Mpumalanga-Forums eröffnete die Konferenz mit einer kurzen Präsentation über das Forum, die Geschichte und bisherige Erfolge.
Danach stellten sich die Teilnehmer kurz vor und die Pfadfinder präsentierten in einem Video ihre Kinder- und Jugendarbeit. Auch das u.a. von medeor unterstütze Tuberkulose Projekte, welches in diesem Monat noch starten soll wurde angesprochen.
In dem gemeinsamen Projekt werden durch verschiedene Medien und Aktivitäten wie einer Zeitung über Tuberkulose relevante Themen, Rallyes, Straßentheater und großen Aufklärungskampagnen in den Sommercamps der Scouts über die immer noch weit verbreitete und gefährliche Krankheit Tuberkulose hunderte von Kindern und Jugendlichen aufgeklärt und sensibilisiert werden.
Nach einem gemeinsamen Mittagessen wurde über Probleme in der Vernetzung von lokalen Nicht-Regierungs-Organisationen aber auch über zu wenig Unterstützung und Kommunikation mit den verantwortlichen staatlichen Einrichtungen gesprochen. Seit Jahren sind einige lokale NROs auf die finanzielle Unterstützung von privaten Trägern besonders aus Deutschland angewiesen. Einige Organisationen bemängelten kein Gehör bei den relevanten staatlichen Vertretern zu bekommen. Lokale NROs werden kaum zu relevanten staatlichen Konferenzen oder Veranstaltungen eingeladen. Den Regierungsvertretern wird vorgeworfen zu wenig auf die Erfahrungen und das Wissen von Organisationen die mit den Ärmsten der Armen zusammenarbeiten zu hören und Ratschläge, Projekte und Ideen anzunehmen.
Regierungsvertreter klagten wiederum die schlechte bzw. nicht vorhandene Vernetzung der NROs an.´Wir können nicht mit jedem einzelnen von euch sprechen, wir brauchen einen Ansprechpartner`, so eine Vertreterin des Ministeriums für Bildung. Und sie hat nicht Unrecht. Das für Vernetzung geplante und unterstütze Mpumalanga Civil Society Forum ist seit seiner Gründung kaum aktiv geworden. Viele Organisationen haben sich aus dem Netzwerk zurück gezogen. Ein großes Problem stellen die zusätzlichen Kosten wie Fahrt- und Telefonkosten aber auch die zum Teil mangelnde Ausstattung besonders von kleineren Organisationen dar. Nicht jede Organisation hat Internetzugang. Um sich zu Treffen müssen viele Organisationen bis zu 400 Kilometer zurücklegen. Für kleine Organisationen kaum finanzierbar. Die Kommunikation ist und bleibt zwischen den Organisationen sehr schwierig.
Natürlich konnten die Probleme nicht an diesem Nachmittag gelöst werden. Jedoch gab es viel konstruktiven Austausch in der Gruppe, aber auch in bilateralen Gesprächen.
An der Konferenz nahm auch der Provincial Manager von der Organisation MATA We Care (Mpumalanga HIV/Aids and TB Association) Msanyana und seine Assistentin Alison teil.
Wir unterhielten uns über die Arbeit von MATA. 2005 gegründet unterstütz MATA die Ausbildung und Ausstattung von Plegern und Pflegerinnen die zum Teil bettlägrige HIV/Aids betroffene Menschen zu Hause pflegen, Einkäufe erledigen, die Einnahme der Medikamente überwachen und sie zu Gesundheitsstationen oder Krankenhäusern begleiten.
Montag, 12. April 2010
Offizielle Begrüßung des Mpumalanga Forums & Besuch des Stadiums
Offizielle Begrüßung des Mpumalanga-Forums
Südafrika mit dem Mpumalanga-Forum
Etwas müde vom langen Flug ist die Reisegruppe des Mpumalanga-Forums in Johannesburg International Airport am 10.04.2010 angekommen. Nach einer kurzen Erfrischung in der Lakeview Lodge sitzen wir auch schon alle zusammen, stellen uns kurz vor und erzählen unsere Erwartungen von der Reise. Wir sind eine bunte Haribo Mischung, so viel steht fest.
Jeder möchte natürlich sein/ihre Projektpartner sehen, neue und alte Projekte besuchen, Ideen austauschen und mit vielen neuen Eindrücke, Motivation und Arbeit nach Hause fahren. Als Mpumalanga-Forum möchten wir auch neue Netwerke knüpfen, das hiesige Mpumalanga-Forum in Nelspruit unterstützen, gemeinsam Ministerien der Provinz Mpumalanga besuchen und uns kulturell austauschen.
Treffen mit der Gründerin der Organisation Ekupholeni Mental Health and Trauma Center
Am frühen Nachmittag besuchen wir die Psychologin und Gründerin der Organisation Ekupholeni Mental Health and Trauma Center, Johanna Kistner in ihrem Privathaus in Johannesburg. Das Haus ist einfach, Kaffee und Kuchen sind liebevoll serviert und ihre Lebensgefährtin begrüßt uns herzlich. Wir nehmen Platz und nach einer kurzen Begrüßungsrunde erzählt uns Johanna von ihrer Arbeit, von der Organisation und den vielen Menschen die sie tagtäglich aufsuchen.
In und um Johannesburg leben tausende von Flüchtlingen aus Burundi, Rwanda, Zimbabwe und DR Kongo in Townships.
´Sie haben schreckliches durchlebt. Sie mussten zusehen wie ihre Eltern, Kinder, Freunde und Verwandte politisch verfolgt und ermordet wurden. Selbst dem Tod entgangen, wussten viele der Betroffenen nicht wohin sie gehen sollten, wer ihnen helfen könnte`. Johanna fragt sich bei vielen ihrer Patienten immer noch wie sie es über die Grenze bis Johannesburg geschafft haben. Einmal in Johannesburg angekommen sehen viele keinen anderen Ausweg sich in der Kriminalität und/ oder Prostitution ihren Lebensunterhalt zu „verdienen“. Besonders betroffen sind tausende Kinder und Jugendliche die jedes Jahr in Johannesburg ankommen, ohne Bezugsperson, ohne Nahrungsmittel, ohne Kleidung und ohne Schutz.
Auch der illegale Handel mit Menschen ist in Johannesburg grausame Realität. Johanna berichtet von einer jungen Frau, die nachdem sie ihre Familie verloren hatte, von einer Bekannten nach Johannesburg geschickt wurde. Der Onkel, der sich um sie kümmern sollte schwängerte die junge Frau und verstieß sie. Die junge Frau kam in das Township in dem tausende Menschen mit ähnlichen Schicksalen jeden Tag aufs Neue versuchen zu überleben.
Die Flüchtlinge sind von vielen, teilweise auch selbst von der Armut betroffenen Südafrikanern verhasst. In 2008 eskalierte die Situation und die Flüchtlingslager wie Sophiatown und Bertrams in und um Johannesburg wurden attackiert. 160 Menschen sterben. Da die Polizei nicht einschreitet, fliehen 24.000 Menschen mit dem was sie noch mitnehmen können in die Polizeistationen. Über Wochen verließen sie die Polizeistationen nicht und (über-)lebten auf engstem Raum, ohne fließendes Wasser, Strom, Nahrung und Bekleidung.
Nach den Attacken sieht sich die Organisation Ekupholeni neuen Herhausforderungen gestellt. ´Viele Patienten die zu uns kommen haben seit Tagen nichts gegessen`, sagt Johanna. Neben der psychologischen Behandlung die in Einzel- und Gruppengesprächen stattfindet, muss sich die Organisation nun um Nahrungsmittel und Mikrokredite für ihre Patienten kümmern. Johanna, die seit zwei Jahren als Psychologin für das Richard Oswald Center in Sophiatown arbeitet erfährt jeden Tag aufs Neue das Leid der Flüchtlinge. Nach den Attacken haben viele Flüchtlinge ihre Hütten und Zelte wieder neu aufgebaut. Wo sonst sollten sie auch hin?
Die südafrikanischen Behörden stehen den großen Flüchtlingsströmen tatenlos und hilflos gegenüber. Dabei stehen laut südafrikanischem Recht Kindern und Jugendlichen der gleiche Schutz und die gleichen Zuwendungen zu wie südafrikanischen Kindern- theoretisch
´Die Attacken auf die Flüchtlinge werden zurück kommen`, sagt Johanna. ´Nach der Weltmeisterschaft werden wir euch hier raus kriegen und dann hilft euch auch keine Polizei mehr, denn die ist auf unserer Seit`, solche und ähnliche Drohungen erhalten viele von Johannas Patienten täglich. Die Regierung kann oder will nichts gehen die drohenden Ausschreitungen tun. Johanna ist eine von vielen die versucht auf die Problematik aufmerksam zu machen und die Flüchtlinge und ihre Patienten zu schützen. Ein Kampf der fast aussichtslos scheint.
´Ob es denn schon mal jemand aus der Armut und den Flüchtlingstownships geschafft hat`, will ich wissen. Johanna lächelt müde ´None has made it` - ´Keiner hat es geschafft`.
Wir bedanken uns bei Johanna und verabschieden uns mit gemischten Gefühlen von Wut, Trauer und Aussichtslosigkeit aber auch mit der Frage ´Was können wir tun um Johanna in ihrem Kampf für die Flüchtlinge zu helfen`.
Buchtipp zu diesem Thema: ´Suitcase Stories` von Diane Welvering and Glynis Clacherty
Treffen mit Dr. Almud Pollmeier und Carsten Daus von der Thabang Society
Am Abend treffen wir Dr. Almud Pollmeier und ihren Lebensgefährten Carsten Daus von der Thabang Society in unserer Lodge. action medeor e.V. unterstützt seit 2006 das von Dr. Pollmeier geleitete HIV/Aids Therapie und Beratungszentrum in dem 100.000 Einwohner großen Township Tumahole/Parys. In einer einstündigen Präsentation erzählen uns Almud und Carsten von ihrer Arbeit. Das HIV/Aids Therapie- und Beratungszentrum hat seit der Eröffnung im März 2008 knapp 1.000 HIV positive Patienten in Behandlung, wovon fast 400 die lebensnotwendigen antiretroviralen Medikamente erhalten. ´Und es werden jeden Tag mehr`, berichtet Almud. Die Bewohner des Townships haben das Zentrum sehr gut angenommen und verweisen auf das ´white house`- das weiße Haus (es ist weiß angestrichen) wenn jemand medizinische Hilfe braucht. Mittlerweile kommen auch Patienten aus einem kleineren benachbarten Township in das Zentrum. Anfänglich hatte Almud noch Sorge, dass auf Grund von Stigmatisierung und Diskriminierung von HIV/Aids Betroffenen niemand das Zentrum aufsuchen wird. Auch kritische Stimmen aus der weißen Bevölkerung machten die Ärztin unsicher. Zu Unrecht, wie sich herausstellte.
Da das Zentrum mittlerweile überfüllt ist, Patienten jeden freien Platz einnehmen und die Behandlung unter diesen Umständen immer schwieriger wird, ist eine umfassende Vergrößerung des Zentrums geplant. Action medeor wird für die Baumaßnahmen in kürze einen Antrag an das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung einreichen.
Die Thabang Society betreibt neben dem HIV/Aids Therapie- und Beratungszentrum noch viele weitere Projekte im Bereich Erwachsenenbildung, Kinder- und Jugendarbeit sowie Ausbildungsförderung. Dabei stießen Almud und Carsten auf reges Interesse in der Gruppe. Erste gemeinsame Ideen für eine Zusammenarbeit mit der Thabang Society wurden mit einzelnen Mitgliedern des Forums nach der Präsentation besprochen.
Es sind genau diese Synergie-Effekte, die diese Reise so wertvoll machen.
Sonntag, 13. Dezember 2009
Abschied von Mittelamerika
Für die partnerschaftliche Zusammenarbeit ist es besonders wichtig, die tägliche Arbeit unserer Partnerorganisationen mitzuerleben. Nach mehreren Monaten der Planung eines gemeinsamen Projekts sind es schließlich sie, die direkt mit den Zielgruppen arbeiten: Sie führen Informationskampagnen durch, entwerfen die notwendigen Bildungsmaterialien, organisieren aufklärende Theateraufführungen für Jugendliche, bilden einzelne Gruppen fort, z.B. Hebammen oder Gesundheitspromotoren, richten Gemeindeapotheken ein, koordinieren die Arbeit mit den staatlichen Gesundheitsdiensten und anderen Akteuren in der Projektregion und vieles andere mehr. An vielen dieser Aktivitäten konnte ich teilnehmen und dabei viel von den hoch qualifizierten Projektmitarbeitern lernen, die gerne ihre langjährige Erfahrung im Gesundheitsbereich mit mir teilten.
Die Projektbesuche ermöglichen es action medeor und den Partnerorganisationen, gemeinsam die Fortschritte der Projekte zu besprechen, mögliche notwendige Änderungen in der Projektdurchführung sowie die weiteren Schritte zu diskutieren und die Projekte so genau auf die Bedürfnisse der Bevölkerung auszurichten, wodurch auch auf aktuelle Veränderungen im Umfeld des Projekts (z.B. in der staatlichen Gesundheitspolitik oder die globale Wirtschaftskrise) schnell reagiert werden kann. In Gesprächen mit allen Projektmitarbeitern und mit Vertretern der Zielgruppen konnte ich die bereits erreichten Veränderungen der Einstellungen und des Verhaltens der Bevölkerung ermitteln, wobei ich sowohl auf positive als auch negative Wirkungen geachtet habe und diese Beobachtungen in die weitere Projektplanung einbezogen wurden.
Nicht zuletzt konnte ich auf meiner Projektreise das gegenseitige Vertrauen weiter ausbauen, das für eine wirklich partnerschaftliche Zusammenarbeit so bedeutend ist. Und ich weiß nun, von wem die Rede ist, wenn sie von ihrer Arbeit berichten: wenn Hebamme Dona Maria davon berichtet, dass ihre Patientin zur Vorsorgeuntersuchung im Gesundheitszentrum gegangen ist; wenn Dr. Champet, der Direktor des Zentrums, von der großen Nachfrage der medeor-Medikamente schreibt; wenn die Promotorengruppe aus San Francisco El Alto erfolgreich an der Fortbildung zu Familienplanung teilgenommen hat...
Die Reise durch Mittelamerika war ein wunderbares Erlebnis: Zu sehen, dass unsere Projektarbeit Früchte trägt und große Wirkungen in der Verbesserung der Gesundheitssituation der Bevölkerung zeigt, wird für mich und meine Kollegen bei action medeor auch im kommenden Jahr die größte Motivation für unsere Arbeit sein!
Montag, 7. Dezember 2009
Naturmedizin in Guatemala
Von Quetzaltenango ging meine Reise weiter in den Osten von Guatemala, in die Gemeinde Jocotán an der Grenze zu Honduras. Dort führt action medeor seit Oktober dieses Jahres gemeinsam mit dem Projektpartner MENACHOR ein Gesundheitsprojekt durch, in dessen Rahmen 20 Gesundheitspromotoren für Naturmedizin ausgebildet werden.
Sie werden die Menschen in ihren Gemeinden über gesundheitliche Themen informieren und in kleinen Gemeindeapotheken Medikamente zu erschwinglichen Preisen verkaufen. Außerdem werden sie angeleitet, in ihren Gärten Medizinalpflanzen anzubauen, die dann im Labor der Organisation zur Herstellung von Naturmedizin verwendet werden.
Ziel des Projekts ist es, die traditionelle Medizin der Chortí-Gemeinden wieder zu entdecken und die Verwendung von Naturmedizin zu fördern, als Ergänzung zu den vom Staat angebotenen herkömmlichen Medikamenten. Neben der Ausbildung der Promotoren finanziert action medeor daher den Aufbau von 10 Gemeindeapotheken, in denen die von MENACHOR hergestellten Naturmedikamente angeboten werden.
Unsere Partnerorganisation MENACHOR führte mich durch ihren Garten, wo Heilpflanzen angebaut und Bienen gezüchtet werden. Die Kräuter werden in einem dafür errichteten Häuschen getrocknet, bevor sie dann im Labor weiter verarbeitet werden. Der Bienenhonig wird wegen seiner großen Heilkraft für verschiedene Sirups und Säfte verwendet.
Im Labor werden Tinkturen, Salben, Tees, Shampoos und verschiedene Medikamente auf natürlicher Basis hergestellt. Diese werden vor Ort verkauft, wobei die Kunden eine intensive Beratung erhalten. Auch das nahe Gesundheitszentrum verweist Patienten hierher, damit diese alternative Medikamente zur Heilung von leichteren Krankheiten nutzen können.
action medeor fördert die Weiterbildung der Promotoren über anderthalb Jahre, damit diese ihr Wissen langfristig in ihren Gemeinden weiter geben können. So soll die Gesundheitssituation der Bevölkerung nachhaltig verbessert werden. Die Naturmedizin nutzt die lokalen Ressourcen, in dem die in der Region vorkommenden und seit Jahrhunderten genutzten Heilpflanzen professionell aufbereitet und den Patienten krankheitsspezifisch zur Verfügung gestellt werden.
